Literatur, Literaturwissenschaft und die Lebenswissenschaften

Literatur, Literaturwissenschaft und die Lebenswissenschaften

Veranstalter
Institut für Weltliteratur, Slowakische Akademie der Wissenschaften (World Literature Studies (Journal))
Ausrichter
World Literature Studies (Journal)
Veranstaltungsort
Bratislava, Slowakei
Gefördert durch
Slovak Research and Development Agency - APVV-20-0179
PLZ
84104
Ort
Bratislava
Land
Slovakia
Findet statt
In Präsenz
Vom - Bis
15.04.2024 - 30.11.2024
Deadline
30.06.2024
Von
Roman Mikulas, Institut für Weltliteratur, Slowakische Akademie der Wissenschaften

Call for Papers - World Literature Studies (2/2025):
Themenschwerpunkt – „Literatur, Literaturwissenschaft und die Lebenswissenschaften“

Literatur, Literaturwissenschaft und die Lebenswissenschaften

Aus wissenschaftspolitischer Perspektive wird in jüngster Zeit nicht selten behauptet, dass die Lebenswissenschaften für das 21. Jahrhundert prägend sein werden. Mit dieser Hintergrundidee im Sinne wollen wir mit dem vorgeschlagenen thematischen Schwerpunkt der Zeitschrift WLS eine Debatte darüber anregen, inwieweit die erwartete Dominanz der Lebenswissenschaften Einfluss auch auf die Stellung der Literaturwissenschaft (und mit ihr der Literatur) im System der wissenschaftlichen Disziplinen und ihrer Diskurse hat und inwieweit sich die Literaturwissenschaft selbst als eine Lebenswissenschaft verstehen kann (vgl. Asholt/Ette 2009).
Einen Ansatzpunkt dazu können diskurs- bzw. interdiskurstheoretische Ansätze liefern, die bereits seit den späten 1970er Jahren nach Konstellationen und auch Hierarchien von Spezial- und Interdiskursen gefragt haben. Gerade aus interdiskurstheoretischer Sicht zeigen sich nämlich durchaus Parallelen zwischen dem diskursiven Status von Literatur und dem der Lebenswissenschaften: Beide bündeln Spezialdiskurse zu neuen Einheiten. Geschieht dies im Falle der Literatur durch mehrere Spezialdiskurse bün-delnde literarische Verfahren wie etwa Analogien, so stellen sich die Lebenswissenschaften ihrerseits als Ergebnis von Kopplungen im Feld von Biologie, Chemie und Medizin dar, eine Konstellation, zu der sich schnell auch noch Pharmazie, Agrarwissenschaften, Ökologie, Forstwissenschaften und Umwelt-wissenschaften hinzugesellt haben. Sowohl im Falle der Literatur als auch dem der Lebenswissenschaften haben wir es also mit hochgradig interdiskursiven Gegenständen zu tun. Daraus kann für die Literatur wie auch die Literaturwissenschaft gleichermaßen Nähe wie auch Konkurrenz entstehen.
Wir fragen daher einerseits, was die prognostizierte dominante Stellung der Lebenswissenschaften legitimiert, und andererseits, was die Voraussetzungen und Formen von Kommunikation auf Augenhöhe zwischen Literatur, Literaturwissenschaft und den Lebenswissenschaften sind.
Mit dem vorgeschlagenen Themenheft wollen wir auf diese Weise an die Diskussion um diese Komplementarität von Literatur und wissenschaftlichem Wissen anknüpfen, indem wir uns Theorien und Konzepten zuwenden, die es erlauben, die spezifischen Möglichkeiten der Wissensvernetzung in den Lebenswissenschaften, der Literaturwissenschaft und der Literatur selbst unter die Lupe nehmen; dies zumal mit einem starken analytischen Fokus auf literarische Werke, in denen die gegenwärtige Wissen-schaftskultur thematisiert bzw. problematisiert wird.

Einige konkrete Fragestellungen könnten sein:
- Wie lassen sich Lebenswissenschaften, Literaturwissenschaften und Humanities im System der Wissenschaften gegeneinander abgrenzen? Welche Überschneidungen gibt es? Setzt sich die Literatur damit auseinander?
- Welche Diskurskonstellationen (mit welchen Hierarchien) gibt es innerhalb der Lebenswissenschaften? Rückt mal eher die Biologie, mal eher die Chemie in die Dominante? Und wie greift die Literatur dies auf und verarbeitet es weiter? Wie werden die Brückenschläge zwischen den Disziplinen in den Lebenswissenschaften hergestellt? Mit letztlich literarischen Verfahren?
- Wo und wie in literarischen Texten lassen sich Elemente der Lebenswissenschaften finden? Werden neue Hierarchien von Spezial- und Interdiskursen entwickelt? Ein Beispiel könnten neuere populäre Kriminalromane sein (Schätzing, Rossmann u.a.).

Hinweise und Termine:
Einreichfrist für Vorschläge in Form von Abstracts (Englisch, Deutsch, Slowakisch, Tschechisch): bis zum 30. Juni 2024.
Bitte senden Sie Ihre Abstracts im Umfang von max. 1 Seite per E-Mail an folgende Adressen: rolf.parr@t-online.de; roman.mikulas@savba.sk
Bis 31. Juli 2024 werden alle, die ein Abstract eingereicht haben, von uns über die Annahme des Vorschlags verständigt und mit weiteren Auskünften auf dem Laufenden gehalten.
Einreichfrist für die fertiggestellten Beiträge (Deutsch, Englisch, Slowakisch, Tschechisch): 30. November 2024.
Umfang des Beitrags: 27.000–36.000 Zeichen.
Hinweise zur Manuskriptgestaltung finden Sie hier: https://wls.sav.sk/?page_id=332&lang=eng=en

Literatur
Asholt, Wolfgang – Ottmar Ette (eds.). 2009. Literaturwissenschaft als Lebenswissenschaft. Programm – Projekte – Perspektiven. Tübingen Narr.
Buschmann, Albrecht – Julian Drews – Tobias Kraft – Anne Kraume – Markus Messling – Gesine Müller (eds.). 2016. Literatur leben. Festschrift für Ottmar Ette. Frankfurt a.M.: Iberoamericana.
Ette, Ottmar. 2004. ÜberLebensWissen. Die Aufgabe der Philologie. Berlin: Kadmos.
Ette, Ottmar. 2013. Stolz und Konvivenz – Stolz auf Konvivenz. Zum epistemologischen Potential der Literaturwissenschaften als Lebenswissenschaften In Literaturwissenschaft heute. Gegenstand, Posi-tionen, Relevanz, eds. Susanne Knaller – Doris Pichler, 83 – 123. Göttingen: V&R unipress.

Programm

Hinweise und Termine:
Einreichfrist für Vorschläge in Form von Abstracts (Englisch, Deutsch, Slowakisch, Tschechisch): bis zum 30. Juni 2024.
Bitte senden Sie Ihre Abstracts im Umfang von max. 1 Seite per E-Mail an folgende Adressen: rolf.parr@t-online.de; roman.mikulas@savba.sk
Bis 31. Juli 2024 werden alle, die ein Abstract eingereicht haben, von uns über die Annahme des Vorschlags verständigt und mit weiteren Auskünften auf dem Laufenden gehalten.
Einreichfrist für die fertiggestellten Beiträge (Deutsch, Englisch, Slowakisch, Tschechisch): 30. November 2024.
Umfang des Beitrags: 27.000–36.000 Zeichen.
Hinweise zur Manuskriptgestaltung finden Sie hier: https://wls.sav.sk/?page_id=332&lang=eng=en

Kontakt

Ústav svetovej literatúry SAV, v. v. i.
Dúbravská cesta 9
841 04 Bratislava
Roman.Mikulas@savba.sk

https://wls.sav.sk/?lang=en
Redaktion
Veröffentlicht am
Beiträger
Klassifikation
Weitere Informationen
Land Veranstaltung
Sprach(en) der Veranstaltung
Deutsch
Sprache der Ankündigung